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Alkoholismus und Co-Alkoholismus im Betrieb

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde Alkohol zum bedeutendsten Suchtmittel in Deutschland. Die Angaben über die derzeitigen Alkoholkranken schwanken in Deutschland zwischen 2 und 2,5 Millionen. Der Anteil der Frauen liegt bei ca. 30% und der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei ca. 10%. Alkoholismus hat eine lange Entwicklungszeit von 10-15 Jahren. Erst dann zeigt sich oft eine seelische und körperliche Abhängigkeit mit Kontrollverlust und körperlichem Entzugssyndrom.

Was viele nicht wissen. Es gibt verschiedene Arten von Alkoholismus:

Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Alkoholismus (nach Jelinek) 

Spiegeltrinker (Delta-Trinker) sind auffällig unauffällig. Sie haben einen täglichen Alkoholspiegel und sind dabei „rauschlos dauerimprägniert“. Ihr Kontrollverlust besteht in der Unfähigkeit zu abstinieren. Bei Verminderung oder Absetzung der täglichen Dosis bekommen sie deutliche Entzugserscheinungen.

Süchtige periodische Trinker (Gamma-Trinker) haben einen Kontrollverlust bezüglich der Trinkmenge. Sie Umständen tagelang abstinieren, wenn sie jedoch trinken dann „müssen sie mehr trinken als sie ursprünglich wollen“. Der Verlauf ins dramatischer und viel auffälliger als beim Spiegeltrinker und wird daher oft früher wahrgenommen und sanktioniert.

In Deutschland gibt es im Jahr 2015 ca. 2 Millionen Alkoholabhängige. 5% der Beschäftigten sind alkoholkrank, weitere 5% stark gefährdet.

D.h. in einem Betrieb mit 2000 Beschäftigten sind durchschnittlich 100 Alkoholiker anzutreffen.

„9,5 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Durchschnittlich werden pro Kopf der Bevölkerung jährlich zehn Liter reinen Alkohols konsumiert. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie – oft erst viel zu spät nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit. Jedes Jahr sterben in Deutschland 74.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.

Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf 26,7 Milliarden Euro, davon sind allein 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.“ (Robert Koch-Institut)

Durch Alkoholmissbrauch steigt das Unfallrisiko und damit die Zahl der Unfälle am Arbeitsplatz und bei Fahrten von und zur Arbeit. Anders ausgedrückt sinkt die Arbeitssicherheit. Durch Alkoholfolgekrankheiten (innere Medizin) ergeben sich längere Fehlzeiten, sowie kurze Abwesenheiten wie „blaue Montage“ usw.Die Leistung des Einzelnen lässt nach und es gibt mehr Ausschuss und dadurch Ersatzgestellung und Nacharbeit.

Alkoholmissbrauch schadet – insbesondere im Zusammenhang mit Kundenkontakten oder Arbeit in der Öffentlichkeit – dem Image und Ansehen eines Betriebes oder einer Behörde.

Innerbetrieblich wirkt sich Alkoholismus, der ja auf der sozialen Ebene als schwere Kommunikationsstörung zum Ausdruck kommt, äußerst negativ auf das Betriebsklima aus.

Damit ist Alkoholismus also auch ein Führungsproblem, ein Kollegialproblem und ein Personalproblem.

Wer nicht zu Co-Alkoholiker oder zum Bystander werden will, der wird Betroffene im eigenen Unternehmen mit zunehmender Konsequenz konfrontieren müssen:

  • Personalgesprächen
  • Abmahnungen
  • Kündigungsandrohungen
  • Änderungskündigungen (Kündigungen mit der Möglichkeit der Wiedereinstellung nach einer stationären Langzeittherapie) u.a.

Zur Umsetzung dieser Maßnahmen braucht es ein vernetztes betriebliches Hilfesystem so dass den Betroffenen parallel zu der zunehmenden Konfrontation eine faire Chance zur Verhaltensänderung mit Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten, Betriebsrat und Betriebsarzt bietet.

Wir helfen Ihnen dabei!